Tomer Gardi

Tomer Gardi, geboren am 27.1.1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, wuchs in Israel auf. Von 1986 bis 1989 hielt er sich in Wien auf, wo er die amerikanische Schule besuchte. Er studierte Literatur- und Erziehungswissenschaft in Jerusalem, Tel Aviv, Berlin und Beʼer Scheva. 2011 veröffentlichte er seinen literarischen Essay „Stein, Papier“, der 2013 auf Deutsch erschien. 2016 las er einen Auszug aus seinem Debütroman „Broken German“ (2017) beim Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit war Gardi Herausgeber der Zeitschrift „Sedek. A Journal on the Ongoing Nakba“ und der begleitenden Buchreihe, einem Projekt der israelischen Initiative Zochrot zur Förderung des Bewusstseins für die Nakba. Gardi lebt seit mehreren Jahren als freier Schriftsteller in Berlin.

*  27. Januar 1974

von Nazli Hodaie

Essay

Nicht viele Autor:innen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur sorgen für so kontroverse Diskussionen wie Tomer Gardi. Sein virtuoser, unkonventioneller und nicht zuletzt mutiger Umgang mit jeglicher Norm zeichnet ihn (nicht nur) innerhalb der deutschsprachigen Literaturszene in besonderem Maße aus, fordert doch sein ästhetisch eigensinniges wie anspruchsvolles Werk die „Uniformität der Auslegung“ („Stein, Papier“, 19) geradezu heraus.

Bereits in Israel setzte sich Gardi als politischer Aktivist und Herausgeber der Zeitschrift „Sedek“ für die israelisch-jüdische Initiative Zochrot ein, die an die ...